Klimaziele - CO2-Ausstoss bei Brennstoffen

Mit der Revision des CO2-Gesetzes sollen nach dem Auslaufen des Gebäudeprogramms klimafreundliche Gebäude durch neue CO2-Emissionsvorschriften gefördert werden. Gemäss Aussage des Bundes könnten bei bestehenden Bauten einheitliche CO2-Grenzwerte frühstens 2029 eingeführt werden.

Nach Vorschlag des Bundes dürfen bei Wohn- und Dienstleistungsgebäuden bei der Verbrennung von Brennstoffen nicht mehr als 6 Kilogramm CO2 pro Quadratmeter Energiebezugsfläche (EBF) pro Jahr für Heizung und Warmwasser emittiert werden.

Die CO2-Emissionsgrenzwerte gelten als Subsidiär. Das heisst: Die Grenzwerte lassen den Ersatz einer fossilen durch eine fossile Heizanlage nach wie vor zu, wenn genügend Effizienzmassnahmen umgesetzt werden oder ein genügend grosser Anteil an erneuerbarer Energie eingesetzt wird.

Die CO2-Grenzwerte entsprechen ungefähr einem Verbrauch von 30 kWh Erdgas oder  20 kWh Heizöl pro m2 EBF.

Im August 2019 hat die zuständige Kommission des Ständerats noch vorgeschlagen, falls die CO2-Emissionen bis 2027 nicht genügend schnell sinken, ab 2029 für alle bestehenden Bauten, deren Heizungsanlage ersetzt werden, den  CO2-Ausstoss auf     12 Kilogramm pro m2 EBF zu begrenzen. Dieser Wert soll in 5-Jahresschritten um jeweils 5 Kilogramm gesenkt werden. Ein anderer Lösungsansatz sieht vor, dass ab 2023 ein CO2-Grenzwert für Altbauten gilt, unabhängig der Emissionsentwicklung. Einig ist sich die Kommission, dass es einen verschärften Absenkpfad braucht, damit die Kantone das Reduktionsziel von minuns 80 Prozent bis 2050 erreichen.

Am 2.September 2019 hat die Kommission des Ständerates vorgeschlagen, dass ab 2023 bei Altbauten bei Heizungsersatz einen CO2-Grenzwert maximal 20 Kilogramm pro m2 EBF gelten soll. Dieser Wert soll dann in 5-Jahresschritten verschärft werden.

Das Parlament behandelt das CO2-Gesetz in der letzten Sessionswoche im September.

Neue Regelung der Förderbeiträge Juli 2019

Seit dem 15. Juli 2019 gelten folgende Förderbeiträge bei Sanierung von Liegenschaften

Alle Förderbeiträge sind im Leitfaden Förderprogramm Kanton Bern aufgeführt. (u.a. auch für Thermische Solarananlagen, Wohnungslüftung, Wärmeerzeuger Holz, Wärmenetz)  Zu finden auf der Homepage des Kantons Bern, Bau- Verkehrs- und Energiedirektion, Rubrik Förderprogramm Energie.

https://www.bve.be.ch/bve/de/index/energie/energie.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Regelung für Förderbeiträge bei Sanierung von Gebäuden per 1. Januar 2017

15. Dezember 2016 – Medienmitteilung; Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Per 1. Januar 2017 werden die Unterstützungsbeiträge an energetische Sanierungen von Gebäuden und für die Förderung erneuerbarer Energien neu geregelt: Das nationale Gebäudeprogramm wird in das kantonale Förderprogramm integriert. Die Förderbeiträge bleiben auch mit dem neuen Modell in den meisten Bereichen mehr oder weniger gleich. Höhere Beiträge gewährt der Kanton künftig für Wärmenetze und grosse Holzfeuerungen.

Im Kanton Bern war die Förderung im Energiebereich bisher auf zwei Programme aufgeteilt: auf das kantonale Förderprogramm, das mit Kantonsmitteln und Globalbeiträgen des Bundes finanziert wurde, und auf das nationale Gebäudeprogramm aus der Zweckbindung der CO2-Abgabe. Ab dem 1. Januar 2017 gibt es neu nur noch ein kantonales Förderprogramm. Dieses führt die bisherige Förderstrategie in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energie weiter. Für das Förderprogramm 2017 stehen aus den Mitteln des Kantons Bern und Bundesgeldern aus der CO2-Abgabe insgesamt rund 50 Millionen Franken zur Verfügung. Der Schwerpunkt des kantonalen Förderprogramms liegt weiterhin bei der Unterstützung von energetischen Gebäudesanierungen. Neu muss aber nicht mehr je ein Gesuch beim Kanton und beim nationalen Gebäudeprogramm eingereicht werden, sondern nur noch eines beim Kanton. Die neuen kantonalen Fördersätze für Gebäude entsprechen ungefähr den bisherigen Gesamtbeiträgen aus kantonaler und nationaler Förderung. Bei Wohngebäuden werden die Beiträge weiterhin nach Effizienzverbesserungen beim GEAK (Gebäudeenergie-ausweis der Kantone) ausgerichtet.
Bei Nichtwohnbauten fördert der Kanton Bern die Minergie-Standards. Bei besonders energieeffizienten Bauten wie Plusenergie oder Minergie-A Gebäuden bleibt die Unterstützung gleich. Neu richtet der Kanton Bern jedoch Beiträge an den Einbau von Komfortlüftungen in bestehenden Gebäuden aus.
Die Förderung von thermischen Solaranlagen erfolgt neu nach Leistung statt nach den Quadratmetern der installierten Fläche. Die Beiträge werden leicht erhöht, damit sie dem harmonisierten Fördermodell der Kantone entsprechen. Das gleiche gilt für die Förderbeiträge beim Ersatz von Elektro-und Ölheizungen durch Wärmepumpen oder Holzheizungen sowie für Fernwärmeanschlüsse.
Mit wesentlich höheren Beiträgen fördert der Kanton Bern künftig Fernwärmenetze und Holzheizwerke. Damit will er noch grössere Anreize schaffen, um einheimische erneuerbare Energien konkurrenzfähig zu machen und die lokale Waldwirtschaft längerfristig zu stärken.
Finanzielle Unterstützung gibt es weiterhin für Energieberatungen mit dem GEAK plus und für Betriebsoptimierungen. Die Ansätze werden aufgrund der Entwicklung der Marktpreise erhöht. Für neutrale Informationen im Energiebereich stehen im ganzen Kanton Bern die öffentlichen Energieberatungsstellen zur Verfügung.

 

Übersicht Förderbeiträge 2017_Kanton

 

Revision kantonale Energieverordnung per 1. 09. 2016

23. Mai 2016 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Ab Anfang September 2016 müssen Neubauten im Kanton Bern effizienter und mit einem
höheren Anteil an erneuerbaren Energien betrieben werden. Der Regierungsrat hat die
kantonale Energieverordnung entsprechend angepasst. Gleichzeitig hat der Kanton das
bestehende Förderprogramm angepasst: Ab sofort werden Betriebsoptimierungen in Klein- und Mittelbetrieben und der Ersatz alter Ölheizungen mit Beiträgen unterstützt.

  • Strengere Vorschriften für Neubauten
    Neu gelten ab 1. September 2016 für Neubauten rund 15 Prozent strengere Energieverbrauchsgrenzwerte. Zudem müssen neue grosse Gewerbe- und Verwaltungsbauten sowie Freizeitanlagen mit Einrichtungen zur Gebäudeautomation ausgerüstet und regelmässig optimiert werden. Keine Auswirkungen hat die Teilrevision auf bestehende Wohnliegenschaften.
    Die neuen Vorschriften bewirken eine bedeutsame Reduktion des Stromverbrauchs und der CO2-Emissionen.
  • Ausbau des Förderprogramms (ab 18. Mai 2016)
    Daneben erweitert der Kanton sein bestehendes Förderprogramm. Gefördert wird einerseits der Ersatz von Ölheizungen durch erneuerbare Energie, wie das heute bereits für Elektroheizungen gilt. Andererseits werden Betriebsoptimierungen in Nichtwohnbauten finanziell unterstützt. Dies ermöglicht den Klein- und Mittelbetrieben ihre Haustechnik zu prüfen und auf dem neusten Stand zu halten.Der Regierungsrat spricht hier von einer Abwrackprämie für Ölheizungen. Wer seine Ölheizung durch eine Anlage ersetzt, die mit Erneuerbarer Energie läuft, bekommt mindestens 4'000 Franken an die neue Anlage vergütet. Das gibt Hausbesitzern einen Anreiz umzusteigen.

« Gemäss Regierungsrat beträgt der Geldabfluss durch den Kauf von Erdöl im Kanton Bern heute ca. 500 Millionen Franken pro Jahr.
Mit der Umstellung auf Erneuerbare haben wir bereits heute jedes Jahr etwa 100 GWh weniger Erdölimporte. »

 

Der grosse Rat behandelt im Herbst 2016 die Revision des kantonalen Energiegesetzes. Um den Wärme- und Strombedarf möglichst CO2-neutral und mit erneuerbaren Energien abdecken zu können soll unter anderem bei Neubauten keine Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen, so sieht es der Regierungsrat. Eine Gesetzesanpassung könnte frühestens im April 2018 in Kraft treten.

 

Nähere Informationen erhalten Sie durch das Anklicken der untenstehenden Themen.
Für weitere Informationen können Sie uns auch gerne kontaktieren.

→ kantonale Energieverordnung, Aenderung

→ Vortrag zur Aenderung der kantonalen Energieverordnung

→ Förderprogramme Energie

Solaranlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien

 

…wenn sie «gut» geplant sind.

Tage der Sonne (1. Mai bis 10. Mai 2015)
www.tagedersonne.ch

 

Als Wegleitung hat der Berner Regierungsrat im Januar 2015 die «Richtlinien für baubewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung erneuerbaren Energien» [1] angepasst. Im Kanton Bern sind gemäss dem kantonalen Baubewilligungsdekret (BewD) Anlagen zur Gewinnung von erneuerbarer Energien, die auf Gebäuden angebracht oder als kleine Nebenanlagen zu Gebäuden erstellt werden baubewilligungsfrei, wenn
sie den kantonalen Richtlinien entsprechen und keine Schutzobjekte betroffen sind.

 

S o l a r a n l a g e n

Ist der Einbau von thermischen Solaranlagen (Kollektoren) und Photovoltaikanlagen (Modulen) auf einem Dach «genügend angepasst», bedürfen sie auf Dächern in Bau- und Landschwirtschaftszonen keiner Baubewilligung.
Das Bundesrecht sieht jedoch neu vor, dass baubewilligungsfreie Anlagen der zuständigen Behörde zu melden sind.

Im Kanton Bern soll diese Meldepflicht mit der laufenden Revision der Baugesetzgebung voraussichtlich im Jahr 2016 eingeführt werden.

Bis zur Einführung der Meldepflicht empfiehlt es sich das vorerst freiwillige Meldeformular [2] auszufüllen und mit der Zustellung des Formulars die Gemeinde über das geplante Bauvorhaben in Kenntnis zu setzen.

Weiterhin Baubewilligungspflicht besteht bei Baudenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung, aufgeständerten Anlagen bei geneigten Dächern, Einsatz an Fassaden und bei freistehenden  Anlagen über 10m2 Fläche.

 

W ä r m e p u m p e n

Gemäss dem kantonalen Baubewilligungsdekret (BewD) zählen auch Wärmepumpen als «kleine Nebenanlagen zu Gebäuden». Luftwärmepumpen im Gebäude sind baubewilligungsfrei. Luftwärmepumpen ausserhalb des Gebäudes sind baubewilligungs-pflichtig. Die Baubewilligungspflicht gilt auch für Split-Wärmepumpen mit Aussen- und Innengeräten.
Die Lärmimmissionen bei Wärmepumpen (Luft/Luft- oder Luft/Wasser) sind zu berücksichtigen, bzw. die Schallpegelbegrenzung für Einzelanlagen die Wärmepumpen am Immissionsort einhalten müssen, ist in einem Merkblatt [3] des beco Berner
Wirtschaft aufgeführt. Das Formular für den Lärmschutznachweis ist auf der Internetseite des Cercle Burit Schweiz[4] erhältlich.

 

W i n d k r a f t a n l a g e n

Bei Windkraftanlagen für die Stromerzeugung gilt folgendes: Windkraftanlagen sind als Nebenanlage zu einem Gebäude baubewilligungsfrei, wenn der Rotor-Durchmesser kleiner als 2,0 m, die Gesamthöhe (inkl. Rotor) unter 2,50 m und der Grenzabstand ab Rotoraussenbegrenzung für Nebenbauten eingehalten ist.
Windkraftanlagen auf Gebäuden sind baubewilligungspflichtig.

Weitere Informationen zu Anlagen zur Gewinnung erneuerbaren Energien - insbesondere über die Gestaltungsanforderung des Dacheinbaus - sind in den «Richtlinien für baubewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung erneuerbaren Energien» - anhand von Beispielen gut dokumentiert.

 

Weitere Informationen im Internet

[1] «Richtlinien für baubewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung erneuerbaren Energien»
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern Amt für Umweltkoordination und Energie (AUE)
www.bve.be.ch/bve/de/index/energie/energie/downloads_publikationen.html

[2] Meldeformular für Solaranlagen (MfS)
Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK)
www.jgk.be.ch/jgk/de/index/baubewilligungen

[3] Merkblatt Vorsorgewerte zur Schallpegelbegrenzung für Einzelanlagen
beco Berner Wirtschaft
www.be.ch/beco

[4] Formular Lärmschutznachweis für Luft-Wasser-Wärmepumpen
Cercle Bruit Schweiz (Vereinigung der kantonalen Lärmschutzfachleute)
www.cerclebruit.ch/home.html
Register: Vollzugsordner/Industrie- und Gewerbelärm/Wärmepumpen

 

Jedem seine eigene Welt

Auch wenn der Artikel «Der Energiebedarf von China und seine Auswirkungen» von Bruno Keller¹ im «Bulletin SEV/AES» bereits im Jahr 2009 erschien,
bleibt das Thema Energieverbrauch aktuell.

Gemäss dem Artikel liegt die Autodichte in China bei 0.02 Personenwagen auf einen Einwohner. (Der Zuwachs pro Jahr: 18%) China hat rund 1’300 Mio. Einwohner.
Davon leben ca. 500 Mio. im städtischen und ca. 800 Mio. Einwohner im ländlichen Gebiet. Die mittlere Wohnfläche beträgt 15 bis 25 m²/Person.

Der Energiebedarf Chinas wird weitgehend fossil gedeckt: Kohle, Erdöl, Gas
machen zusammen 91% des Gesamtbedarfs aus, wobei Kohle aus eigener Quelle
rund 71% ausmacht. Kernenergie beträgt 1% und Wasserkraft rund 8%.
Der Gesamtenergieverbrauch betrug im Jahr 2007 rund 17’000 TWh/Jahr.

Der CO2 Ausstoss von China ist beträchtlich. - Die Transformation des Energiebedarfs
von fossil auf erneuerbar wird vermutlich viele Jahrzehnte dauern.

China. Zum Grössenvergleich: Die Insel Halnan entspricht ziemlich genau der Schweiz, sowohl flächen- wie auch bevölkerungsmässig. (Bulletin SEV/AES 2009, Der Energiebedarf von China und seine Auswirkungen)

Ein Vergleich China  – Schweiz zeigt eindrücklich die Herausforderungen vor der die Welt steht wenn China seine Infrastruktur (Energieversorgung, Verkehr, Gebäude) zukünftig mächtig ausbaut.

Vergleich China-Schweiz. (Angaben zu China gemäss Artikel Bruno Keller)

 

 

Da freut sich die Automobilindustrie über den riesigen Wachstumsmarkt in China!  Steigen werden jedoch auch die Treibhausgasemissionen!

Die Automobilindustrie steht hier in der Verantwortung: Der Schwenk muss kommen, hin zu sparsameren Autos (1-Liter-Auto) oder vermehrt zu Autos mit Gas-, E- oder H-Motoren. Damit der Slogan «Freude am Fahren» auch in ferner Zukunft noch gelten wird.

Man kann sich vorstellen, was das für die Umwelt bedeutet, erreicht China die gleiche Autodichte pro Einwohner, respektive den gleichen Energieverbrauch pro Person wie die Schweiz.

Der Gedanke: wir leben hier in der (kleinen) sauberen Schweiz, was gehen mich die Probleme von China an, ist reine Augenwischerei. Denn China ist nur acht Flugstunden von Europa entfernt. - Ihre Probleme werden eben auch zu unseren Problemen. 

Das die Schweiz den Weg der Substitution von fossilen Energien weitergeht scheint folgerichtig.

¹) Bruno Keller, Physiker, 1991-2007 Professor für Bauphysik an der ETH Zürich, Keller Technologies AG, Zürich

Die freundliche Energie

«Erdgas, die freundliche Energie» spricht die Werbung mit dem grünen Blatt und meint Biogas oder «freundliches» Erdgas beim Tanken? Und «Erdgas Zürich» heisst jetzt neu «energie360°». Ihre Vision lautet: «Im Jahr 2023 sind wir der führende Energieversorger für ökologisch sinnvolle Wärme-lösungen in der Schweiz.» - Nur die Sonne heisst immer noch Sonne und bleibt über das Jahr 2023 der «führende Energieversorger» weltweit und scheint freundlich und gratis!

 

Natürliches Angebot erneuerbarer Energien und ihr technisch-wirtschaftlich nutzbares Potenzial im Vergleich zu den Energievorräten und dem Weltenergieverbrauch (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 2009)

Legende zu Abbildung oben

grauer Würfel links: Primärenergieverbrauch Welt pro Jahr
äusserer Würfel:     Erneuerbare Energiemengen pro Jahr
innerer Würfel:        heute technisch gewinnbare Energiemengen in Form von
Strom, Wärme und chemischen Energieträgern pro Jahr

 

 

Eine Energiemenge von 2.19 x 10^17 kWh/a oder 219'000'000 Milliarden kWh/a, strahlt die Sonne jedes Jahr auf die Erdoberfläche (Kontinente).

Kann von dieser Energiemenge nur 10% nach der Umwandlung genutzt werden, so wäre der Weltenergieverbrauch  immer noch 144x mal gedeckt. Oder es müsste weniger als 1% der auf die Kontinente eintreffende Energie des Sonnenlichtes genutzt werden um den Weltenergieverbrauch zu decken.

Sonneneinstrahlung auf Kontinente:   791'900'000 PJ/a  (Petajoule pro Jahr)
Primärenergieverbrauch Welt 2011:          548'123 PJ     (IEA 2011)
Bruttoenergieverbrauch Schweiz 2011:        1'129 PJ      (BfE, Statistik 2012)
(1 Petajoule = 278 x 10^6 kWh)

 

 

 

 

 

Energiesteuer ? - Ja, Energie besteuern !

Drei Milliarden Franken Gesprächsguthaben

Kennen Sie den Begriff  «Natel» noch? Nur telefonieren und schreiben von Text- kurznachrichten war mit den ersten Mobilgeräten möglich. Mehr nicht. Mit der Weiterentwicklung der Geräte hat sich auch der Name internationalisiert: Smartphone, lässt sich leichter aussprechen und tönt melodischer.

Mit einem abgeschlossenen Abonnement  können die Geräte zu einem symbolischen Preis von einem Franken erworben werden. Die Telefongesellschaften freuen sich über den Abschluss von Aboverträgen und der Benutzer über das Gadget, das man immer bei sich rumträgt, weil es gut aussieht, handlich und angenehm in der Hand liegt und den Status des Benutzers widerspiegelt.

Und jetzt kommts:
Comparis hat Ende 2013 eine online-Umfrage unter 3000 Handybenutzer durchgeführt und dabei geschätzt, dass rund 3 Milliarden Franken eingespart werden könnten bei der Wahl des richtigen Abonnements.
Weiter berichtet comparis von einem Einsparungspotential in den Jahren 2005 bis 2013 von rund 20 Milliarden Franken.
Wenn man sich überlegt, dass Geld für eine Dienstleistung bezahlt wird, die man überhaupt nicht nutzt. - Guthaben das nicht vertelefoniert worden ist, sondern einfach verfällt - 3 Milliarden Franken sind 250 Millionen Franken im Monat oder 8 Millionen Franken pro Tag. Ist das jetzt erstaunlich oder bedenklich oder was meinen Sie?

Geht man davon aus, dass diese 3 Milliarden Franken Gesprächsguthaben wären, wieviel «Strom» müsste der Aku des Gerätes bereitstellen um telefonieren zu können?


Dazu ein kleines Rechenbeispiel:

Unter der Annahme dass wir 2 Stunden pro Tag telefonieren und das Handy im Betrieb 5 Watt und bei Standby 0.03 Watt Leistung hat ergibt dies im Jahr rund 3'890 Wh. (730 Stunden Redezeit; 8'030 Stunden im Standby) Wenn ein Aku die Kapazität von 25 Wh hätte, wären im Jahr rund 156 Ladungen notwendig. (2.3Tage/Aufladung)

Geht man mit Kosten 0.20 Fr./Min. für Gesprächs-gebühren aus, hätte man mit 3 Milliarden Franken rund 250 Millionen Stunden Redezeit zur Verfügung. Wenn alle Nutzer 2 Stunden pro Tag telefonieren würden, ergebe dies rund 342'465 Nutzer. Die alle den Aku rund 156 x im Jahr aufladen. Pro Ladung sind rund 25 Wh notwendig. Somit benötigt man 1.3 Millionen kWh Strom um das Gesprächsguthaben von 3 Milliarden Franken zu ver- telefonieren.

Die Energie entspricht ungefahr der installierten PV-Anlage auf dem Dach der Messe Basel, Halle 1. Diese Anlage misst 12'000m2 und liefert im Jahr rund 1 GWh Strom.

Pro Handybenutzer kostet die Akuaufladung im Jahr rund ca. 95 Rappen.
(1.3 Millionen kWh x 0.25 Fr/kWh / 342'465 Nutzer)  

Sind Sie auch der Meinung, dass diese Energie (Strom)  jetzt aber doch sehr günstig ist? - Im Vergleich zu den Abokosten!

 

Was meinen Sie: Wieviel darf die Energie kosten?

 

 

Mobilität und Energie

Angenommen Sie fahren mit einem normalen Velo mit einer Geschwindigkeit von 25km/h 2 Stunden einen Weg entlang. Retour nehmen Sie für die Strecke von 50 km das Auto.

Wieviel Energie müssen Sie dabei aufbringen?

→   Als Velofahrer leisten Sie ca. 80 Watt und benötigen somit rund 0.16 kWh Energie.
→   Als Velorennfahrer leisten Sie ca. 200 Watt und hätten die gleiche Strecke in ca. 50 Minuten absolviert

→   Als Autofahrer benötigt ihr Auto rund 3.5 Liter Benzin auf 50 Kilometer. Der Energieverbrauch würde dann rund  31.5 kWh betragen.

Diese Werte bilden den "Betrieb des Fahrzeuges" ab. Wie sieht das jedoch aus wenn der Aufwand zur Herstellung der Energie, des Fahrzeuges, der Infrastruktur, die Treib-hausgasemissionen, also die ganze Kette der Umweltbelastungen die von der Entstehung bis zum Rückbau unter verschiedenen Fahrzeugen bzw. Energieträgern verglichen werden soll?

Für diesen Vergleich bietet die KBOB-Liste, Ökobilanzdaten im Baubereich wertvolle Informationen. Eine Empfehlung für nachhaltiges Bauen. Damit kann ein Energieträger, eine Gesamtbewertung eines Bauteils, eines Baumaterials oder eines Transportes von Waren oder Personen nach dem Prinzip der oekologischen Knappheit bzw. nach Umweltbelastungspunkten (UBP) bewertet werden.

Mithilfe dieser schweizerischen Methode bzw. dieser Exel-Liste kann auch ein ganzes Gebäude bewertet werden und wichtig; auch schon in der Planungsphase eine nachhaltige Lösung verfolgt werden. Es ist also möglich verschiedene Materialien oder Bauteile, bereits in einer sehr frühen Phase der Planung, auf ihre Nachhaltigkeit zu prüfen.

Es wäre wünschenswert, wenn nicht nur Umwelt- und Naturwissenschaftler, Energie- und Baufachleute mit diesen Hilfsmitteln arbeiten, sondern auch Personen die nicht in ihrer täglichen Arbeit mit diesen Themen konfrontiert sind, sich einige Gedanken über die Themen: Nachhaltigkeit, den Umgang mit unseren Ressourcen, ganz allgemein der Umgang mit unserer Umwelt machen. Diese Themen betreffen uns alle! Und falls Sie gerade dabei sind Wohneigentum zu erwerben bzw. neu zu bauen, denken Sie daran, diese Themen werden "morgen" in entsprechende Energie-Standards oder Label einfliessen. Also prüfen Sie heute beim Kauf einer Immobilie bzw. beim Neubau ihre Projektpläne/Baubeschrieb, ob diese Themen bei der Planung genügend berücksichtigt wurden.

Es lohnt sich die Unterlagen unter dem link http://www.bbl.admin.ch/kbob/00493/00495/index.html?lang=de mal anzuschauen. Vergleichen Sie die Umweltbelastungspunkte oder Treibhausgasemissionen der verschiedenen Energieträgern. Vergleichen Sie die Umwelt-belastungspunkten bei Strombezug von einer Photovoltaik-Anlage, bei Elektrizität vom Netz oder Elektrizität am Standort erzeugt.

Unter Zuhilfenahme dieser KBOB-Liste und mobitool kommen für den Transport mit verschiedenen Transportmittel, bei einer Person und einer Wegdistanz von 50 Kilometern folgende Resultate zustande:


Vergleich verschiedener Transportmittel: Eine Person auf 50 Kilometer Wegstrecke

 

 

 

 

Für die aktuelle Debatte Klimaerwärmung sind die Angaben der Treibhausgasemissionen wichtig. Die Umweltbelastungspunkten (UBP) beeinhalten Primärenergie und Treibhausgasemissionen. Zudem sind die UBP in der KBOB-Liste weiter unterteilt in Betrieb, Fahrzeug und Infrastruktur. Auch Bereitstellung und Entsorgung der Infrastruktur und Fahrzeuge sowie Auslastung der Fahrzeuge sind in der UBP mitberücksichtigt.

Also wenn alle «Dinge» die wir erschaffen, Energie in verschiedener Form (Strom, Wärme, Licht, usw.) benötigen, wieso besteuern wir dann nicht nach Umwelt-belastungskriterien die Energie direkt, statt durch Subventionen erst den «grünen» Strom zu fördern?

 

Strom ist nicht gleich Strom

 

 

Mit der KBOB-Liste kann man sehr schnell eine Abschätzung der Emissionen verschiedener Energieträger vornehmen:

Zum Beispiel:
Wenn Sie 4'500 kWh Strom aus dem Netz beziehen ergibt dies folgende Umweltbelastungspunkte, notwendige Primärenergie und Treibhausgasemissionen (siehe Tabelle)

 

 

 

 

Damit die Tabelle und ihre Werte besser lesbar sind, wurde der Energieträger Wasserkraft mit Faktor 1.00 bestimmt und als Basis gelegt. Die anderen Energieträger werden also mit Wasserkraft verglichen.
Je tiefer der Faktor des Energieträgers ist, desto besser ist seine Bilanz. Zudem wurde noch eine Rangierung von 1 bis 10 vorgenommen. Man sieht also, dass ein Atomkraftwerk die Umwelt rund 9x höher belastet als ein Flusslaufkraftwerk. Jedoch bei den Treib-hausgasemissionen der Faktor nur 1.28 beträgt.

Der am Standort erzeugte Strom (z.B., PV-Anlage auf dem eigenen Dach) wäre gemäss den obigen Angaben also dem Netzstrom vorzuziehen.

Selbstverständlich sind das nur "theoretische Vergleiche", denn ein Blockheizkraftwerk produziert vorwiegend Wärme. Bei dieser Betrachtung wird jedoch nur der Teil Elektrizität bewertet.

Eine Bewertung verschiedener Anlagenkonzepte lässt sich nur bei einem konkreten Objekt und bekannten Energiebedarf (Strom, Wärme, usw.) vornehmen.

Zum Beispiel bei einem Wohnhaus: Fernwärme (Holzschnitzelheizung) und Solaranlage auf Dach und als Variante Wärmepumpe und PV-Anlage auf Dach.

Diese Berechnungen bzw. Oekobilanzdaten liefern keine Entscheide
 aber Entscheidungsgrundlagen!

 

 

Beat Kappeler, u.a. Wirtschaftsjournalist, hat einmal in einem Artikel im Energiebereich folgendes geschrieben: «Nicht die Arbeit, sondern die Ressourcen sind zu besteuern ...Politiker sind immer nachvollziehend... Ein Anreiz (einen anderen Weg einzuschlagen) muss von anderer Seite kommen.»

Wie sinnvoll sind Verbote für Gerätehersteller?
Aktuell wird in der EU diskutiert, das Staubsauger mit grösserer Leistung als 1600 Watt nicht mehr verkauft werden dürfen. Das Ziel den Stromverbrauch bei Privathaushalten zu senken sollte nicht mit Verboten gesucht werden.

Der Anreiz sollte viel mehr bestehen, dass die Hersteller durch die neuen Strompreise angehalten werden, nur noch verbrauchsarme Geräte anzubieten, da zukünftig nur noch diese von der Kundschaft gekauft werden. Die Hersteller werden also durch die Strompreise herausgefordert ihre Produkte zu optimieren. Man verbietet den Autoherstellern auch nicht, Autos mit mehr als 200 PS zu produzieren.
Die Motorfahrzeugsteuer, die auch die Höhe des CO2-Ausstosses der Fahrzeuge bei der Steuerbemessung einschliesst,  ist eine "willkommene" Einkommenssteuer für die Kantone.
Naheliegender wäre es, die MFK-Steuer abzuschaffen und die Kantone an den Einnahmen der eidgenössischen Energiesteuer für den Treibstoff zu partizipieren. Die Hohheit der Kantone würde zwar beschnitten, jedoch übersichtlicher, nur eine «Energiesteuer» auf Bundesebene anzusiedeln. Weitere Steuereinnahmen des Bundes (CO2-Abgabe, Mineralöl-Steuer, usw.) würden in der Energiesteuer einfliessen.

 

Wenn wir also alle Energieträger besteuern, z.b. nach ökologischen Kriterien, spüren wir das im Geldbeutel. Produkte die viel Energie bei der Herstellung benötigen werden teurer. Die Effizenz bei der Herstellung nimmt zu. Der Konsument wünscht Geräte die im Betrieb wenig Energie verbrauchen.
Wenn man eine Energiesteuer einführen möchte, ist auf der anderen Seite eine Kompensation notwendig, also eine Entlastung beim Haushaltsbudget vorzusehen. Zum Beispiel durch den Wegfall der Mehrtwertsteuer.

Bei einem Speditionsunternehmen das täglich eine Fahr- zeugflotte bewegt entfällt die Abgabe Mehrwertsteuer. Anstelle dieser kommt nun die Energiesteuer. Das Unternehmen kann also die Höhe der Abgabe durch Effizienzmassnahmen (Wahl des Energieträgers, niedriger Verbrauch, hohe Auslastung, usw.) beeinflussen. Für das Unternehmen zuerst eine neue Herausforderung: Die Firma hat nämlich die Möglichkeit die Abgaben an den Staat zu steuern, bzw. resultierende Kosten-einsparungen aus Effizienzmassnahmen als Gewinn oder Preisvorteil gegenüber der Konkurrenz dem Kunden weiterzugeben.


Während die Mehrwertsteuer als reine Konsumsteuer die Waren und Dienstleistungen besteuert und damit dem Bund Einnahmen generiert, bekommt die Energiesteuer plötzlich eine ganz andere Bedeutung nämlich die der Masshaltung bei den Ausgaben.

Wenn die Effizienz greift und der Energieverbrauch sich durch keinen Zuwachs bei Wirtschaft und Bevölkerung erhöht, hat der Bund plötzlich weniger Einnahmen! Entsprechend ist die Energiesteuer periodisch zu justieren.

Auch erneuerbare Energie ist nicht einfach "gratis" erhältlich. Vielleicht könnte diese Form der Suffizienz aber auch wieder zu einem neuen Bewusstsein in unser Gesellschaft führen: Energie ist auch eine Ressource.

Die nachfolgende Auflistung zeigt die Einnahmen des Bundes im Jahr 2012. Ein Wegfall der Einnahmen der Mehrwertsteuer müsste kompensiert werden. (Anteil der MwSt. an den Fiskaleinnahmen: 38%)

Fiskaleinnahmen Bund 2012        

Einnahmen in Millionen Franken

18'759*          Direkte Bundessteuer
4'200*            Verrechnungssteuer
11*                 Steuerrückbehalt USA
2'450*            Stempelabgaben

30'405           Verbrauchssteuer
22'600*          Mehrwertsteuer
3'040             Mineralsteuer auf Treibstoffe
2'030             Mineralölsteuerzuschlag auf Treibstoffe
20                  Mineralölsteuer auf Brennstoffen u a. Mineralölprodukten
370                Automobilsteuer
2'233             Tabaksteuer
112                Biersteuer

1'953            Verkehrsabgaben
1'600            Schwerverkehrsabgabe
353               Nationalstrassenabgabe

1'060            Zölle
1'060            Einfuhrzölle

761               Lenkungsabgaben Umweltschutz
395               Uebrige Fiskaleinnahmen Spielbetriebe
170*             Entgelt Wehrpflichtersatz

59'994          Fiskaleinnahmen Total
48'190*        Einnahmen ESTV

Das nachfolgende Diagramm zeigt etwas anschaulicher den Anteil der Mehrwertsteuer zu den Fiskaleinnahmen des Bundes im Jahr 2000 und 2006 bis 2012.

Einwohnerzahl Jahr 2000, 2006 bis 2012(ohne Saisoniers)
Einnahmen Bund Jahr 2000, 2006 bis 2012, in Milliarden Franken
(Quelle: Studie BFE 2013: Prognos, TEP, Infras)

 

 

 

Endverbrauch unterteilt in Sektoren
Unterteilt man den Endverbrauch in die einzelnen Sektoren Haushalt, Dienstleistungen, Industrie und Verkehr ergibt sich folgendes Bild:

Endverbrauch Energie (PJ), nach Sektoren aufgeteilt
[Quelle Studie BFE 2013: Prognos, TEP, Infras]

Der Bereich Verkehr hat mit rund 35% den höchsten Anteil am Gesamtverbrauch.
Zwischen 2008 und 2009 (Finanzkrise) fand im Industriesektor ein Rückgang von 6% statt. Im Gesamtenergieverbrauch nur ein Rückgang von 2%. Betrachtet man die Kurve des Gesamtverbrauchs (oberste Kurve) über die Jahre 2006 bis 2012 hatte die Finanzkrise keinen sichtbaren Einfluss auf den Energieverbrauch in der Schweiz.

Energieträger und ihre Preise (real, Basis 2012, Konsumentenpreise, inkl Mwst)

Energieträger und ihre Preise
[Quelle Studie BFE 2013: Prognos, TEP, Infras]

Während Erdgas und Elektrizität (die beiden unteren Kurven) zwischen den Jahren 2006 bis 2012 fast keinen "peak" aufweisen, sind bei Ausbruch der Finanzkrise zwischen 2008 und 2009 die Endpreise für die Treibstoffe Diesel um -20%, Benzin um -15% und Heizöl um -36% gesunken.
Betrachtet man die Konsumentenpreise zwischen 2000 und 2012 sind die einzelnen Energieträger wie folgt gestiegen: Heizöl (+88%), Erdgas (+53%), Benzin (+19%) und Diesel (+23%). Der Strom wurde in dieser Zeit günstiger (-4%).

Einnahmen der Mehrwertsteuer umverteilt auf die Energieträger

Mehr als 22 Milliarden Franken hat der Bund im Jahr 2012 bei der Mehrwertsteuer eingenommen. Geht man von diesem Betrag aus (ohne weitere Einnahmen wie Lenkungsabgaben, usw.) und nimmt den Energieverbrauch der einzelnen Energieträger und errechnet ihre Umweltbelastungspunkten, so resultieren aufgrund Verbrauch und Belastungskriterien folgende Preisaufschläge auf die Energieträger:

Um also die Einnahmen der Mehrwertsteuer im Jahr 2012 von rund 22 Milliarden Franken durch eine Energiesteuer zu ersetzen wären, gemäss obiger Tabelle, folgende Zuschläge notwendig:
(Endenergie)

Heizöl                           0.06 Fr. / kWh    ca. 0.60 Fr. / Liter
Benzin                          0.11 Fr. / kWh    ca. 1 Fr. / Liter

Strom AKW                  0.22 Fr. / kWh
Strom Wasserkraft       0.02 Fr. / kWh (ohne Pumpspeicher)
Strom PV                      0.07 Fr. / kWh
Strom Wind                  0.03 Fr. / kWh

Strom Import           ca. 0.24 Fr. / kWh

Gas                               0.04 Fr. / kWh
Holz                              0.04 Fr. / kWh
Fernwärme                   0.04 Fr. / kWh

Die Mehrwertsteuer von 8%  müsste dann natürlich von den Energiepreisen noch ab- gezogen werden!

Würde mit der Energiewende nun der AKW-Strom vollständig durch z.B. Wasserkraft, PV und Wind ersetzt - bei gleichbleibenden Energieverbrauch und 22 Milliarden Franken Einnahmen aus Energiesteuer - so würde dies einen zusätzlichen Anstieg aller Energieträger (Brennstoffe, Treibstoffe, Strom, Wärme) um etwa  0.01 bis 0.03 Fr. / kWh bedeuten.

Werden bei Einführung einer Energie- statt Mehrwertsteuer die Produkte und Dienstleistungen günstiger oder teurer? Wie schlägt sich das auf unser Haushaltsbudget nieder?

Unter der Annahme, die Kosten für Dienstleistungen und Waren werden durch den Wegfall der Mehrwertsteuer günstiger und die Verteuerung der Energie würde durch effizientere Produktion wettgemacht, bzw. die Verteuerung nicht an den Endverbraucher weitergegeben, so hätte der Konsument nur die Energiesteuer auf die Endenergie (Strom, Wärme, Treibstoff, usw.) zu tragen.

Nachfolgende Tabelle zeigt die Konsumausgaben bei unterschiedlicher Höhe des Erwerbseinkommens.

Basierend auf den Daten, des Bundesamtes für Statistik, Haushaltsbudgeterhebung (HABE) 2009 bis 2011 ist jeweils in den fünf Einkommensklassen eine zusätzlich Spalte (blaue kursive Schrift) in den Konsumausgaben angeordnet die den Betrag Mehrwertsteuer wieder rückvergütet.
In der Rubrik Wohnen und Energie sowie Verkehr sind die Energiekosten mit Faktor 2 eingerechnet.
-Wohnen und Energie: davon 12% Energiekosten
-Verkehr: davon 20% Treibstoffkosten. Annahme, jeder Haushalt ein Auto

Die Tabelle ist verkürzt und zeigt nur das verfügbare Einkommen zu den Konsumausgaben ohne Legende.

Verfügbare Einkommen zu den Konsumausgaben, Tabelle verkürzt

 

Ganze Tabelle mit Legende, als pdf-Datei:
Haushaltsbudget_ Energie statt MwSt

 

 

Falls die Umstellung von der Mehrwertsteuer zur Energiesteuer eine Verteuerung um 2% bei den Konsumausgaben zur Folge hätte, sähe dies wie folgt aus:

Verfügbare Einkommen zu den Konsumausgaben, mit 2% Teuerung, Tabelle verkürzt

Ganze Tabelle mit Legende, als pdf-Datei:
Haushaltsbudget_ Energie statt MwSt_2%Teuerung

→   Mit der Energiesteuer wird selbstverständlich auch "saubere Energie" versteuert, denn jede Energie ist Ressource!

→   Für Konsumenten und Produzenten entfällt die Mehrwertsteuer (Konsumsteuer). -     Eben Energie- statt Mehrwertsteuer.

→   Wäre dies mit Ihrem Haushaltsbudget vereinbar?

 

Verschärfung der Wärmeschutzvorschriften bei Gebäuden

In den Medien wurde 2013 viel berichtet zum Thema Umwelt und Energie
- und was passiert im nächsten Jahr?

Falls Sie beabsichtigen ein Haus zu bauen, bedenken Sie, dass 2015
im Kanton Bern die Wärmeschutzvorschriften für Gebäude verschärft werden. (aktuell läuft gerade die Vernehmlassung der Revision der Norm SIA 380/1, Thermische Energie in Gebäuden)

Im Gleichschritt zur Energiestrategie 2050 des Bundes, sollen gemäss Meldung der Kantonalen Energiedirektorenkonferenz (EnDK), die Mustervorschriften der Kantone
im Energiebereich bis 2014 revidiert und spätestens bis 2018 in der kantonalen Gesetzgebung verankert sein.

In der Meldung heisst es:
Neubauten versorgen sich ab 2020 ganzjährig möglichst selbst mit Wärmeenergie und zu einem angemessenen Anteil mit Elektrizität.
Auch soll im Kanton Bern bei wesentlichen Sanierungen ab 2020
die Warmwasseraufbereitung vollständig durch erneuerbare Energien erfolgen.

Denken Sie daran, dass der Kanton für den Heizwärmebedarf nur die gesetzlichen Mindest-Grenzwerte (Qh,li) festlegt. Die Vorschriften des Kantons basieren weitgehend auf der Norm SIA 380/1. Diese Norm legt auch Zielwerte (Qh,ta) fest. Bei Neubauten beträgt dieser Wert 60% der Mindest-Grenzwerte für den Heizwärmebedarf.
Die Norm empfiehlt die Zielwerte statt die Mindest-Grenzwerte anzustreben.

Die Zielwerte (Heizwärmebedarf) entsprechen dem Label Minergie-P (Heizwärmebedarf). Hier darf aber die gewichtete Energiekennzahl - Energie für Heizung, Warmwasser, kontrollierte Lüftung, Strom Hilfsenergie und Haushaltsgeräte zusammen - nicht mehr als 30 kWh/m2 betragen!

Zum Vergleich: der heute einzuhaltende Mindest-Grenzwert (Heizwärmebedarf) für ein Einfamilienhaus im Schweizer Mittelland, 2 geschossig, 160m2 beheizte
Wohnfläche beträgt rund 55 kWh/m2.

Architekt und Haustechnikplaner sind also heute bereits gefordert die Energie für Heizwärme, Warmwasser, Kühlung und Betrieb effizient bereitzustellen. Auch Mobilität und Graue Energie werden immer wichtiger und sind in der Energiebilanz zunehmend eingerechnet.

 

Preise der Energieträger Heizöl, Gas und Strom
Gemäss Landesindex der Konsumentenpreise hat sich real
der Heizölpreis innerhalb von 10 Jahren mehr als verdoppelt! Der Gaspreis stieg in der gleichen Zeit um ca. 50%. Der Benzinpreis stieg um ca. 32%. Der Strompreis sank im Jahr 2008 (Finanzkrise?) 12% und ist heute (2012) wieder auf dem Niveau wie vor 10 Jahren.
Quelle: Landesindex der Konsumentenpreise, Bundesamt für Statistik

 

→ Neben Wohnlage, Architektur und Zustand der Liegenschaft werden auch die Energie-Verbrauchskosten immer wichtiger für eine Bewertung der Liegenschaft. - Ist ihre geplante Sanierung oder der geplante Neubau «fit» für die Zukunft?

→PlusEnergieBauten (PEB): "Pionierbauten" führen bekanntlich
den Gebäudestandard von morgen an.